WWOOFing- Der Dachsberghof im Odenwald

Zurück im Odenwald zum WWOOFen!

„WWOOF“ steht für „world wide opprtunities on organic farms“ eine Mitarbeit auf biologisch bewirtschafteten Höfen gegen Kost und Logis.

Wer mehr darüber wissen möchte, kann hier meinen ersten Artikel dazu lesen. 🙂

Dieses Mal sind wir auf dem Dachsberghof.

Dort werden Rinder gezüchtet (Fleischproduktion) und man kann eine Bio-Abokiste bestellen. Dabei kann man aus einem Vollsortiment auswählen, d.h. es gibt alles von Trockenwaren über Milchprodukte bis zu Gemüse, Obst und z.B. Kosmetikartikeln. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Verkauf von Käse.

Für den Hofbedarf werden Obst und Gemüse angebaut und es gibt ein Permakultur-Waldgartenprojekt im Aufbau. 🙂

Die Rinderzucht ist eine sogenannte „muttergebundene Kälberaufzucht“ nach Biolandrichtlinien, das bedeutet, dass die Kälbchen länger bei der Mutter bleiben (2-3 Jahre) und in der Herde aufwachsen. 

Die Kühe werden nicht gemolken und sind durch die mangelnde Nähe, die z.B. beim Melken gegeben ist daher „halb wild“  (Aussage unseres Gastgebers :-). Sie haben ihren eigenen Tagesrhytmus und sind Tag und Nacht auf der Weide mit Unterstandsmöglichkeiten.

Die BewohnerInnen des Dachsberghofes

Familie Müller und 3 MitbewohnerInnen bilden derzeit die Hofgemeinschaft. Längerfristig soll weiterer Wohnraum ausgebaut und weitere Strukturen für eine größere Hofgemeinschaft geschaffen werden. 

Weitere Infos zum Projekt gibt es hier: https://wohnprojektdachsberghof.org/

Meine Aufgaben als WWOOFerin

Ich war vor allem im Garten und habe dort z.B. Beikräuter entfernt, den Boden gelockert und Gemüse geerntet. Zu meiner Freude wuchs dort reichlich Franzosenkraut, welches dann gleich mit anderem Gemüse in meiner Mittagspfanne gelandet ist. Wir haben dafür Stängel, Blätter und Blüten kleingeschnitten und mit angebraten. Sehr lecker! 

Das Kraut kommt übrigens eigentlich aus Südamerika (Peru) und ist dort Bestandteil vieler traditioneller Gerichte. „Franzosenkraut“ heißt es, weil es sich zur  Zeit der Napoleonischen Kriege innerhalb Europas ausbreitete, nachdem es wohl in Frankreich angebaut wurde.

Außerdem haben wir mal die Weidezäune überprüft, diese stehen ja unter leichtem Strom und dürfen nicht von Pflanzen berührt werden, weil sie sonst über diese den Strom ableiten. So haben wir z.B. Brennesseln und Brombeeren in Zaunnähe geschnitten.

Eine schöne Abwechslung zum Gärtnern war das Verarbeiten von schwarzen Johannisbeeren mit unserer Gastgeberin Anita.

Die Idee war eigentlich, die Beeren mit der Beerenpresse, die wie ein Fleischwolf aussieht, aber für Beeren konzipiert ist, zu verarbeiten und dann zu Marmelade einzukochen.

Es gab aber Probleme mit der Feineinstellung, so dass die Masse, die hinten quasi als „Rest“ rauskommen sollte noch sehr viel Fruchtfleisch und Flüssigkeit enthielt. 

Deshalb hat Anita mit der 1. Pressung Johannisbeermarmelade eingekocht und wir haben die übrige Masse durch eine „flotte Lotte“ gedreht, und dann mit dieser 2. Pressung mit Rohrohrzucker Art Kompott gemacht. 

Beerenpresse, eine Art Frucht-Fleischwolf
die flotte Lotte
drehen, drehen, drehen....
Fertig! Johannisbeerkompott 🙂

Weitere Aufgaben und Möglichkeiten auf dem Dachsberghof

Weitere Möglichkeiten sind je nach Saison z.B. auch Bauprojekte, wie der Bau einer Komposttoilette, Mitarbeit beim geplanten Ausbau für weiteren Wohnraum und die  Gestaltung des angelegten Waldgartens. Außerdem kann der schöne Seminarraums für Veranstaltungen gemietet werden.

Freizeitoptionen

Das naheliegendste ist es, einfach vom Hof aus loszulaufen, da man sich eh schon mitten im Odenwald befindet und schnell auf einem der zahlreichen Wanderwege ist.

Dabei konnte ich einer meiner Lieblingsbeschäftigungen, nämlich Waldhimbeeren ernten und naschen, nachgehen.

Man kann zum Beispiel aber auch nach Michelstadt fahren und dort durch die Altstadt flanieren. Ich habe dort in einigen Lokalen vegane Gerichte entdeckt und hatte Linsennudeln an Gemüse im Restaurant „Michelstädter Rathausbräu“.

Toll fand ich auch die Bepflanzung in der Fußgängerzone- Urban Gardening mit Zucchini, Salat, Kohlrabi und anderem Gemüse neben den klassischen Geranien! Ich hab es erst auf den zweiten Block gesehen, weil ich überhaupt nicht damit gerechnet hatte. 🙂 ,

Urban gardening Michelstadt
Tomaten, Mangold, Schnittlauch, Geranien

Zum Abschluss gibt es wieder einige Impressionen vom WWOOF-Hof

Der Hof
Gemüsegarten
Teestrauß

Eine tolle Idee: Teesträuße sammeln!

Hier haben wir Salbei, Zitronenmelisse, Dost (wilder Oregano), Schafgarbe und Johanniskraut kombiniert. Schmeckt mir übrigens abgekühlt und über den Tag verteilt am besten. 🙂

Auf Wiedersehen Dachsberghof!

4 Kommentare zu „WWOOFing- Der Dachsberghof im Odenwald“

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