Ganz einfach Sauerteig ansetzen und damit Brot backen

Sauerteigbrot selber backen ist einfach, unkompliziert und bis auf die Ruhezeiten auch schnell gemacht, d.h. die reine Arbeitszeit am Teig ist nie länger als ein paar Minuten. 

Ich hatte lange einen Heidenrespekt vor Leuten, die ihre Brote selber backen und dachte, es wäre ein Riesenaufwand. Zum Glück habe ich mich doch noch herangewagt und wurde mit wirklich leckerem Brot belohnt. 🙂

Alles, was es braucht, um ein gutes Brot zu backen ist ein eigener Sauerteigansatz, Wasser, Salz, eventuell Gewürze und Nüsse oder Saaten und eine gute zeitliche Planung. Ich fange z.B. abends am Vortag mit der Vorbereitung an und backe dann abends am nächsten Tag.

Ich versuche jetzt mal die Herstellung des Sauerteigstarters auch „Anstellgut“ genannt, kurz und verständlich darzustellen.  Ich habe diesen nach einer Anleitung von „Backen mit Christina- eine Bäuerin, die bäckt und bloggt“ hergestellt. Ich finde die Seite sehr informativ, die Anleitungen sind gut verständlich und es gibt anschauliche Fotostrecken.

Das Ansetzen des Sauerteiges ist wirklich super einfach, versprochen!

Ein Rezept mit Mengenangaben für ein Brot findet ihr weiter unten. 🙂

Anleitung Sauerteig ansetzen Schritt für Schritt

Du vermischst einfach 4 Tage lang hintereinander 50 g Roggenvollkornmehl mit jeweils 50 g Wasser in einem Schraubglas und deckst es locker ab (Tuch mit Gummiring ist super), damit keine Tierchen reinklettern. 

Tag 1: 50 g Mehl + 50 g Wasser hinzufügen –> 24h stehenlassen

Tag 2: 50 g Mehl + 50 g Wasser hinzufügen –> 24h stehenlassen

Tag 3: 50 g Mehl + 50 g Wasser hinzufügen –> 24h stehenlassen

Tag 4: 50 g Mehl + 50 g Wasser hinzufügen –> 24h stehenlassen…

…und dann ist auch schon Tag 5:  Der Ansatz ist fertig!

Der Teig hat inzwischen Bläschen gebildet, riecht säuerlich (kann auch relativ stark riechen, manche vergleichen es mit Nagellackentferner) und ist aufgegangen. Jetzt kann damit gebacken werden, oder er wandert erstmal mit Deckel in den Kühlschrank.

Ja, so einfach ist das !!! 

Sauerteigansatz bzw. "Anstellgut"

Troubleshooting:

Mein erstes Brot ist nicht so richtig aufgegangen, ich glaube, der Starter hatte noch nicht genug „wumms“, aber die darauffolgenden waren immer sehr locker und saftig.

erstes Brot, man sieht, dass es nicht so gut aufgegangen ist 🙂

Hier sind ein paar  weitere Fotos von den ersten Broten, meist reines Roggenvollkornmehl mit ein paar Saaten drin: 

Rezept und Anleitung Schritt für Schritt

So und falls du jetzt selber Brot backen möchtet,  kannst du die weiteren Schritte dafür lesen.

Du brauchst:

  • 250 g deines Sauerteigansatzes (muss dazu davor noch gefüttert werden, siehe weiter unten)
  • 500 g Mehl
  • 350 g Wasser
  • 10 g Salz
  • eventuell Gewürze (z.B. Kümmel, Schabzigerklee)
  • eventuell Saaten oder Nüsse

Fütterung/ Vorbereitung des Sauerteigansatzes:

Am Vorabend nehme ich den Sauerteigansatz aus dem Kühlschrank und „füttere“ ihn mit 150 g Roggenvollkornmehl und 150 g Wasser. Dann bleibt er bei Zimmertemperatur bis zum nächsten Morgen stehen. (In manchen Anleitungen steht 6-8 h, aber bei mir steht er meist eher 10 h draußen). Der Sauerteigansatz geht in dieser Zeit deutlich auf. 

Dann fülle ich zuerst 350 g Wasser in eine Rührschüssel und gebe die 250 g Sauerteigansatz aus dem Glas hinzu- der Rest kommt bis zum nächsten Mal in den Kühlschrank zurück. Der Sauerteig muss gefüttert werden, falls nicht regelmäßig gebacken wird.

Ich lasse meinen bis zu 3 Wochen lang ungefüttert im Kühlschrank und konnte damit bisher gut weiterhin backen. Man kann ihn aber auch z.B. 1x/ Woche mit 1-2 EL Mehl + 1-2EL Wasser füttern, dazu dann einmal gut umrühren.

Jetzt kommen noch 500 g Mehl dazu (in diesem Fall 400 g Dinkelmehl 1050 und 100g Roggenvollkornmehl), 10 g Salz und bei diesem Brot habe ich ca 3 EL Saaten dazugegeben (Sonnenblumenkerne, Leinsamen, Hanfsamen, Buchweizen).

alles locker vermengen

Alles wird jetzt locker und kurz zusammengerührt, bis sich die Zutaten verbunden haben. 

Falls ihr euch jetzt wundert- ja, Sauerteig ist sehr klebrig! Aber alles wird gut, ihr müsst nicht noch mehr Mehl dazugeben. 🙂

Die Teigmasse muss nicht stark geformt sein!

Dann den Teig mindestens 6-8 h ruhen lassen !!!  Bei mir ruht er dann auch meist länger, weil ich unterwegs bin. Wenn er zu lange ruht, kann er wohl auch wieder in sich zusammenfallen, ist mir aber noch nie passiert…

Jetzt kurz von Hand kneten und für 1-2 h in eine Form umfüllen, ich fülle den Teig dafür gleich in meine Backform um.

Dann wird gebacken. 🙂

nochmal kurz von Hand kneten
in einer Form gehen lassen (und in dieser backen, wenn backofengeeignet)

Jetzt wird gebacken!

Backofen für 30 Minuten auf 230°C vorheizen, Schälchen mit Wasser reinstellen, damit Dampf entsteht.

Brot reinschieben und auf 210°C ca. 45- 55 Minuten backen. 

Abkühlen lassen und genießen!

Fazit

Dass ich zuhause so gut und einfach wirklich leckeres Brot selber backen kann, hätte ich nicht gedacht. Ich dachte, man bräuchte dafür einen speziellen Bäckereiofen und viel Know-How. 

Ich bin also sehr positiv überrascht und fühle mich auch gleich viel autonomer. 🙂

Teilweise mahle ich das Mehl jetzt mit der über 30 Jahre alten Maschine meiner Mutter selber. Diese  haben wir dazu erstmal vorher flott gemacht, dank des tollen Service der Firma, die immer noch alle Ersatzteile auf Lager hatten.

Jetzt müsste man nur noch einen Schritt weitergehen und sein eigenes Getreide anbauen. Das wäre richtig selbstversorgungsmäßig. 🙂 

Ich war immerhin schon mal soweit, dass ich im Herbst Roggen als Gründüngung ausgesät habe; allerdings habe ich diesen im Folgejahr nicht ausreifen lassen. Aber das könnte man ja mal probieren. 🙂

Vorteile des Selberbackens sind: Der Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt, was die Mehlzusammensetzung und die verwendeten Zutaten angeht.

Man kann sich zum Beispiel richtig mit verschiedenen Gewürze, Kräuter, Nüsse, Saaten, Gemüseraspel (z.B. Karotte) austoben.

Außerdem ist die Eigenproduktion kostengünstiger als und ich muss seitdem seltener einkaufen, was ich sehr angenehm finde. Davor bin ich eigentlich immer losgegangen, wenn das Brot alle war und habe dann tendenziell noch Produkte gekauft, weil ich eben schon mal im Laden war.

Den Sauerteig setzt man nur einmal an, kann ihn beliebig vermehren und an gute Freunde, Bekannte und die Familie abgeben! 🙂

Bei guter Pflege kann er sich jahrelang halten, es gibt wohl Sauerteige, die über hundert Jahre alt sind. Wenn das mal nicht nachhaltig ist!

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